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Gynäkologie & Geburtshilfe

Frühgeburt: Diagnose

Frühgeburt

Definition

Bei der Frühgeburt erfolgt die Beendigung der Schwangerschaft vor Vollendung der 37. Woche post menstruationem bzw. einer Tragzeit von weniger als 259 Tagen p.m. Darunter fällt auch jedes tot geborene Kind ab einem Geburtsgewicht von 500g und jedes lebend geborene Kind (positiver APGAR) auch bei einem Geburtsgewicht unter 500g. Die überwiegende Mehrzahl perinatologischer kindlicher Todesfälle stellt eine Folge der Komplikationen, die durch Frühgeburt bedingt sind, dar. So stehen 64% aller neonataler Todesfälle in Zusammenhang mit Frühgeburten mit Gewichten <1.500g. Auch schwerwiegende Folgekrankheiten wie neurologische Behinderungen - hier ist vor allem die

Zerebralparese

hervorzuheben - sowie Blindheit, Taubheit und chronische Lungenerkrankungen sind im Zusammenhang mit der Frühgeburt zu sehen.

Epidemiologie

In entwickelten Industriestaaten werden ca. 1% aller Kinder vor der 32. Woche und ca. 6-8% zwischen der 32.-36. Woche geboren, Tendenz steigend.

Ätiologie

A. Spontane Frühgeburt (ca. 80% aller Frühgeburten):

  • Vorzeitige Wehen - bedingt durch aszendierende Infektionen, Polyhydramnion, Myome, uterine Fehlbildungen etc.
  • Vorzeitiger Blasensprung
  • Vaginale Blutung - bedingt durch Placenta praevia, tiefen Plazentasitz, vorzeitige Plazentalösung, Trauma etc.
  • Mehrlingsschwangerschaft - Überdehnung des Myometriums

B. Iatrogene Frühgeburt (ca. 20%), Indikation zur Schwangerschaftsbeendigung in Folge von:

  • Präeklampsie
  • Intrauteriner Wachstumsretardierung
  • Maternalen Indikationen

Symptome

  • Anamnestisch relevante Angaben
  • Wehentätigkeit
  • Zervixverkürzung
  • Blasensprung
  • Vaginale Blutung

Diagnostik

  • Anamneseerhebung: Beschreibung uteriner Kontraktionen, menstruationsähnlicher Beschwerden, tiefer Rückenschmerzen, wässriger oder blutiger Vaginalabgänge etc.
  • CTG: Abklärung des fetalen Zustandes und der Wehentätigkeit
  • Abdominale Sonographie: fetale Lage und Biometrie, Lokalisation der Plazenta, Uterusform, Fruchtwassermenge, fetaler Zustand (Doppler)
  • Spekulum-Einstellung: Abnahme von Abstrichen zur Infektionsabklärung (Mikrobiologie), zur Bestimmung des fetalen Fibronectins (zur Diagnosesicherung) und immunchromatographische Tests zum Fruchtwassernachweis (bei klinisch nicht eindeutigem Fruchtwasserabgang), Evaluierung einer Blutung, eines Fruchtwasserabgangs, eines Fruchtblasenprolapses sowie der Muttermundweite
  • Vaginale Sonographie: Messung der Zervixlänge, Beurteilung einer Trichterbildung, Beurteilung/Ausschluss einer Placenta praevia
  • Laborparameter: C-reaktives Protein (CRP) und/oder Leukozyten (Cave: andere Grenzwerte in der Schwangerschaft)
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Letztes Update:19 Mai, 2011 - 16:32